„Wir brauchen eine Gesetzeslage, die Visionen erlaubt“
Die Geschäftsführer Friedemann Waidelich (links) und Siegfried Köhler (rechts) mit FDP-Landtagskandidat Johannes Feldmann (Zweiter von rechts) und Vertreter Wolfram Schöb Foto: Köhler
Die beiden Geschäftsführer Siegfried Köhler und Friedemann Waidelich tauschten sich mit FDP-Landtagskandidat Johannes Feldmann und seinem Vertreter Wolfram Schöb in Sulz am Eck aus.
Siegfried Köhler übernahm das von seinem Vater 1962 gegründete Bauunternehmen 1997. Die familiäre Struktur wie auch der persönliche Bezug zum Kunden und den Mitarbeitern seien ihm besonders wichtig, heißt es in der Pressemitteilung. Johannes Feldmann ist ebenfalls Geschäftsführer, aber nicht in einem Familienbetrieb, sondern in der SFS Group Germany GmbH in Althengstett, die Teil eines weltweit führenden Unternehmens für mechanische Befestigungssysteme ist.
Was beide umtreibt, sei die zunehmende „Gängelei“ der Wirtschaft durch den Staat. Kritisiert wurden Verordnungen, die allzu oft nur eine kurze Halbwertszeit aufwiesen und deshalb keine langfristigen unternehmerischen Entscheidungen erlaubten. Köhler betonte: „Wir brauchen eine Gesetzeslage, die Visionen erlaubt.“ Seine Erfahrung zeige, dass Sanierungspflichten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und kleinteilige Vorschriften in den Bauverordnungen häufig an der Lebensrealität der Hauseigentümer und Häuslebauer vorbeigingen. Unrealistische Forderungen würden als Gängelei empfunden und bremsten den dringend notwendigen Wohnungsbau.
Wirtschaft in WildbergBürokratie und Fachkräftemangel als drängende Probleme
Auch der seit Mitte 2025 geltende Investitionsbooster, der Unternehmern höhere Abschreibungen für bewegliche abnutzbare Wirtschaftsgüter zugesteht, gehe an der Realität vorbei. Köhler erläuterte, er verfüge über eine ausreichend große Flotte an Fahrzeugen und werde diese bei Bedarf sicher auch erweitern. Solange dieser Bedarf wegen rückläufiger Bautätigkeit aber nicht bestehe, seien auch erweiterte Abschreibungen keine Motivation für die Anschaffung von zusätzlichem Gerät.
Sorge wegen Fachkräftemangel
Was ihm auch Sorge bereite, sei der Fachkräftemangel, der sich in seiner Firma vor allem bei den Polieren bemerkbar mache. Für deren Position brauche es Menschen mit praxisnaher Ausbildung und Motivation, auch bei den von vielen als ungewöhnlich empfundenen Arbeitszeiten in der Baubranche Hand anzulegen. Da sich unter der deutschen Bevölkerung immer weniger junge Menschen fänden, die dazu bereit seien, ist nach Auffassung von Siegfried Köhler die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland unabdingbar. In seinem Unternehmen seien Mitarbeiter aus Kamerun, China und Aserbaidschan tätig. Und um die Lücken in der Belegschaft zu schließen und das im Baugewerbe typische Auf und Ab der Auftragslage abzufedern, beschäftigt Köhler neben 160 Festangestellten auch eine Vielzahl von Subunternehmern. Dabei spiele die Herkunft der Arbeitskräfte keinerlei Rolle – was zähle, sei ihre Leistungsbereitschaft.