Infinex leidet unter Strompreis und Bürokratie

Beim Besuch des FDP-Landtagskandidaten Johannes Feldmann bei der Infinex-Group in Haiterbach stellte sich die Frage: Ist Recycling wirklich erwünscht?

Infinex-Geschäftsführer Martin Hartl (von links) erörterte mit Johannes Feldmann, Wolfram Schöb und Karl Braun Schwierigkeiten der Recycling-Branche. Foto: Gordona Mrsic

Beim Besuch von Johannes Feldmann, dem FDP-Kandidaten bei der anstehenden Landtagswahl, und Wolfram Schöb, dem stellvertretenden Vorsitzenden des FDP-Kreisverbands Calw, sowie dem Haiterbacher Unternehmer Karl Braun war die Situation in der Recyclingindustrie ein zentrales Gesprächsthema.

Hier müsse offenbar noch viel getan werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Während Deutschland jährlich 750 000 Tonnen Kunststoffabfälle exportiere, müssten Betriebe, die Granulat aus diesen Abfällen zu neuen Endprodukten verarbeiten wollen, um Baugenehmigungen kämpfen, überteuerte Brandversicherungen abschließen und einen Strompreis bezahlen, der nach wie vor zu den höchsten in Europa zählt.

Am konkreten Beispiel verdeutlicht Infinex-Geschäftsführer Martin Hartl die Situation. Eine simple Erweiterung seiner Lagerkapazität um knapp 30 Prozent sei wie ein Neubau behandelt worden und habe auch den entsprechenden Aufwand verursacht. Die verpflichtend vorgeschriebene Brandversicherung biete nur noch ein einziges Versicherungsunternehmen in Deutschland an. Und die aktuellen Spitzen des Industriestrompreises können nicht an die Kunden weitergegeben werden, weil diese sonst lieber im Ausland kaufen. Da verwundere es nicht, dass jeden Monat ein Betrieb der Branche aufgebe.

 

Hier müsse offenbar noch viel getan werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Während Deutschland jährlich 750 000 Tonnen Kunststoffabfälle exportiere, müssten Betriebe, die Granulat aus diesen Abfällen zu neuen Endprodukten verarbeiten wollen, um Baugenehmigungen kämpfen, überteuerte Brandversicherungen abschließen und einen Strompreis bezahlen, der nach wie vor zu den höchsten in Europa zählt.

Am konkreten Beispiel verdeutlicht Infinex-Geschäftsführer Martin Hartl die Situation. Eine simple Erweiterung seiner Lagerkapazität um knapp 30 Prozent sei wie ein Neubau behandelt worden und habe auch den entsprechenden Aufwand verursacht. Die verpflichtend vorgeschriebene Brandversicherung biete nur noch ein einziges Versicherungsunternehmen in Deutschland an. Und die aktuellen Spitzen des Industriestrompreises können nicht an die Kunden weitergegeben werden, weil diese sonst lieber im Ausland kaufen. Da verwundere es nicht, dass jeden Monat ein Betrieb der Branche aufgebe.

Wunsch nach flexibleren Arbeitszeitmodellen

Um auch künftig konkurrenzfähig zu sein, wünschten sich die Geschäftsleitung und die Mitarbeiter auch mehr Flexibilität bei den Arbeitszeitregeln. Die starre Limitierung der täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden – ungeachtet der Arbeitsbelastung – sei nach Auffassung beider Parteien nicht mehr zeitgemäß. In der Praxis könne die feste Begrenzung der täglichen Arbeitszeit dazu führen, dass laufende Prozesse nicht effizient abgeschlossen werden können. Gleichzeitig würden flexible Arbeitszeitmodelle erschwert, wenn bereits geringe Mehrstunden geplante Freiräume beeinträchtigen.

Auch bei Krankschreibungen sollte mehr Rücksicht auf die Art der Tätigkeit genommen werden. Wegen eines verstauchten Fußes einen Bürojob nicht ausüben zu dürfen, sei auch in den Augen engagierter Mitarbeiter unverständlich.

250 Mitarbeiter aus 19 Nationen

Das Gespräch bestärkt Johannes Feldmann nach eigenen Angaben auch im Wunsch nach mehr Wertschätzung für Leistung in der Gesellschaft. Arbeit müsse sich wieder lohnen. Das gelte auch für ausländische Menschen. Das bestätigte auch Martin Hartl. Bei Infinex arbeiten 250 Menschen aus 19 Nationen, ohne die der Betrieb zusammenbrechen würde. Ohnehin fehle es an motivierten Bewerbern für derzeit 21 offene Stellen, speziell für die Produktion.

Um den Personalengpässen zu begegnen und die Produktionskosten zu senken, plane Infinex für 2026 mit dem größten Investitionsvolumen der Firmengeschichte. Damit sollen die Voraussetzungen für weitere erfolgreiche Jahre im Geschäft mit qualitativ hochwertigen Produkten geschaffen werden. In der Hoffnung auf den politischen Willen zur Korrektur der Rahmenbedingungen sieht Martin Hartl mit Zuversicht in die Zukunft.